Was macht das KFZ-Steuergerät eigentlich alles?

Schon lange funktioniert ein Auto nicht mehr nur rein mechanisch. Die Zeiten, in denen unter der Haube mit allen Sinnen und Wissen nach Fehlern gesucht wurde, sind vorbei. Heute werden Fehler ausgelesen und dann Bauteile oder Baugruppen gewechselt.. Und dazu bedarf es eines Diagnosegerätes, welches die Informationen der On-Board-Diagnose (ODB) auslesen und auswerten kann. Doch was macht eigentlich so ein KFZ-Steuergerät im Auto alles?

Mehr als ein KFZ-Steuergerät im Einsatz

KFZ-SteuergerätNatürlich gibt es in aktuellen Autos mehr als ein zentrales KFZ-Steuergerät. Je mehr elektronische Systeme verbaut wurden, desto mehr Steuergeräte wurden nötig. Da es kein einzelnes zentrales Steuergerät gibt, muss sichergestellt werden, dass die einzelnen Steuergeräte auch miteinander kommunizieren können.

Das geschieht über ein spezielles Bus-System, den Can-Bus.

Steuergeräte im KFZ arbeiten nach dem EVA-Prinzip. Mit EVA ist dabei keine FRau gemeint, sondern die Abkürzung steht für Eingabe–Verarbeitung–Ausgabe. Die Sensoren senden Informationen, die das Steuergerät aufnimmt und verabeitet. Dabei funktioniert die Übertragung digital. Das Steuergerät selber gibt wiederum die Signale weiter an die Geräte, die aufgrund der Signale der Sensoren, aktiviert werden sollen (Aktuatoren). Der Can-Bus verbindet die einzelnen Steuergeräte und übernimmt die Aufgabe die Informationen zwischen den Steuergeräten zu transportieren. Beim CAN-Bus (Controller Area Network) handelt es sich um ein serielles Bussystem, das 1983 von Bosch entwickelt und 1986 in Kooperation mit Intel vorgestellt wurde.

Je nach Funktion besteht ein KFZ-Steuergerät aus einer Ein-Chip-Lösung mit einem Mikrocontroller bis hin zu Mehrprozessorsystemen mit Grafikausgabesystem.

Fehlersuche nicht nur in der Werkstatt

In der Werkstatt kann der Fehlerspeicher ausgelesen werden. Das erspart natürlich viel Arbeit und Zeit, wenn man gezielt anhand einer Fehlermeldung eine Reparatur einleiten kann.. Als Schrauber im privaten Bereich gibt es, neben richtigen KFZ-Diagnosegeräten, mittlerweile auch Apps für das Smartphone, so dass es, in Verbindung mit einem passenden Adapter, zum Auslesen von Fehlercodes benutzt werden kann. Das erleichtert natürlich die Fehlersuche bei aktuellen Fahrzeugen enorm, da hier quasi alles elektronisch gesteuert oder geregelt wird.

Und da KFZ-Diagnosegeräte nicht so teuer sind, kann man auch als Hobby-Schrauber schon mal schauen, wo das Problem liegen könnte. So mancher Werktstatt-Besuch lässt sich auf diese Weise sparen. Und das macht sich natürlich auch im Geldbeutel bemerkbar. Die kleine Investition in ein gutes KFZ-Diagnosegerät hat man schnell wieder drin.

Nur Funktion von Steuergeräten variiert

Dabei gibt es grundsätzlich in der Funktion vom KFZ-Steuergerät im Auto keinen Unterschied zu Steuergeräten in anderen Elektroteilen wie Computern oder Gastronomiekaffemaschinen. Die Leistung eines modernen Steuergerätes ermöglicht über 1000 Befehle an die Maschinen pro nur einem Grad Drehmoment der Kurbelwelle. Die jeweilige Funktion wird über eine spezielle Software im Steuergerät realisiert.

Ein KFZ-Steuergerät erfüllt im Auto drei Hauptfunktionen: es steuert verschiedene Funktionen, gleichzeitig überwacht es sie und zeichnet die Fehler auf. Und genau hier kann man mit einem KFZ-Diagnosegerät ansetzen und die gespeicherten Fehler-Codes auslesen und zur gezielten Fehlersuche nutzen.